Er heisst Dornenkronenseestern und ist ein Schädling, der den Korallenbestand der Great Barrier Reefs bedroht. An der Queensland University of Technology in Australien wurde mit COTSbot ein Roboter entwickelt, der gegen die schädliche Seesternart zum Einsatz kommt.

 

Die starke Ausbreitung des Dornenkronenseesterns hat dem australischen Great Barrier Reef, dem größten Korallenriff der Welt, schweren Schaden zugefügt. Um dem Einhalt zu gebieten, soll ein Unterwasserroboter der Queensland University of Technology gezielt gegen den Schädling vorgehen. Der Dornenkronenseestern gilt als eine der größten Bedrohungen des australischen Great Barrier Reefs. Der Stachelhäuter, der mit bis zu 5 cm langen, giftigen Nadeln besetzt ist, ernährt sich bevorzugt von den Steinkorallen, die das weltgrößte Riff und Naturwunder auszeichnen.

Die Seestarnart setzt sich auf den Steinkorallen fest, stülpt seinen Magen über sie. Die verflüssigten Korallen werden vom Stachelhäuter aufgesaugt. In den letzten Jahren hat der Bestand des in den tropischen Zonen des pazifischen Ozeans heimischen Dornenkronenseesterns stark zugenommen. Experten befürchten, dass eine weitere Verbreitung dem ökologischen Gleichgewicht stark schaden könnte. Nach diversen Schätzungen hat die Seesternart einen Rückgang von 40% des Korallenbestands am Great Barrier Reefzu verantworten.

 

 

Die Entwickler des COTSbot, Matthew Dunbabin und Feras Dayoub von der Queensland University of Technology, wollen dem im englischen als "Crown-of-Thorns-Starfish" bezeichneten Seestern nun mit ihrem speziellen Unterseeroboter zu Leibe rücken. Das von ihnen entwickelte, automatisierte System ist mit einem Injektor ausgestattet, der den Seesternen selbsttätig eine Dosis Gallensalz verabreichen kann. Dieses wirkt giftig und somit tödlich auf die Stachelhäuter, ohne die umgebende Tierwelt zu gefährden.

Zur Identifizierung seiner Ziele wie auch von Hindernissen ist der COTSbot mit einer Front- und einer Unterseitenkamera ausgestattet. Bei der Navigation helfen zusätzlich ein Sonar und ein DVL (Doppler Velocity Log, ein System zur Messung der Korrelations- oder Dopplergeschwindigkeit). An der Meeresoberfläche kann der Roboter zudem ein GPS zur Positionsbestimmung nutzen. Abgesehen von der Seesternbekämpfung soll der Roboter möglichst geringe Auswirkungen auf die Umwelt haben. Er ist batteriebetrieben und in der Lage, an die Oberfläche zu treiben, wenn die Energie zur Neige geht. „Wir haben seit jeher Roboter gebaut, die vernachlässigbare Auswirkungen auf die Umwelt haben, selbst wenn sie einmal verlorengegangen sind,“ sagt Dunbabin. „Selbst das Injektionssystem besitzt mehrere eingebaute Sicherheitsstufen [...]und die Gallensalze selbst haben keinerlei bekannte Einflüsse auf die natürliche Umgebung“.

Der COTSbot befindet sich derzeit in einer kabelgebundenen Testphase. Die Forscher beobachten den Roboter, während er Ziele identifiziert, und verabreicht Injektionen nur nach entsprechender Bestätigung. Sollten die Tests erfolgreich verlaufen, wird der COTSbot seine Mission selbsttätig ausführen können. Das automatisierte System ist theoretisch in der Lage, 8 Stunden am Stück durch das Great Barrier Reef zu navigieren und bis zu 200 Injektionen zu verabreichen.

 

Quelle

http://www.elektronikpraxis.vogel.de/technologie-und-trends/articles/503251/

 

 

09.09.2015 | 7572 Aufrufe

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