Diese Formulierung wird Microsofts Technik-Evangelist Jerry Nixon noch ein wenig begleiten: "Erst mal veröffentlichen wir Windows 10", sagte der Technik-Evangelist auf Microsofts Ignite-Konferenz. "Und weil Windows 10 die letzte Windows-Version ist, arbeiten wir immer noch an Windows 10."

Nicht nur, dass dieser Satz tautologisch- zirkelschlüssig taumelt: Er lässt sich auch prächtig missverstehen.Microsoft stellt Windows ein; nach Windows 10 wird es kein Windows mehr geben. Aber davon kann selbstverständlich überhaupt nicht die Rede sein. Vielmehr will Microsoft die Weiterentwicklung seines Betriebssystems künftig beschleunigen.

Was Nixon mit seiner Aussagen eigentlich meinte ist, dass es nach dem Windows 10, dass in diesem Sommer veröffentlicht werden soll, ein weiteres Windows 10 geben wird. Und danach noch eins und noch eins und so weiter.

Denn mit der kommenden Windows-Version soll der Rhythmus enden, in dem der Konzern neuen Betriebssystemversionen neue Bezeichnungen (Windows XP, Windows Vista) oder Versionsnummern (Windows 7, Windows 😎 gegeben hat.

Und so sieht Windows 10 aus:

Statt in wenigen grossen, soll es mit Windows 10 in vielen kleinen Schritten weitergehen: Das Betriebssystem soll ab Version 10 ständig weiterentwickelt werden, mit regelmäßigen Updates und monatlichen Veröffentlichungen. Neue Versionsnummern oder Namen werden deshalb nicht mehr gebraucht.

Windows soll also quasi ein Stream werden, eine sich ständig an die Nutzer und deren Bedürfnisse anpassende Dienstleistung. "Windows as a Service" heißt das im Branchen-Jargon. Man könnte sagen: Ab Windows 10 schreitet Microsoft nicht mehr voran, sondern fliesst in die Zukunft.

In der Welt der App-Stores und Webdienste ist dieser Modus längst üblich: Angebote ändern sich fortlaufend, ständig gibt es neue Funktionen, werden alte abgeschafft, muss man umlernen.

Das Ende von den großen Versionssprüngen ist aber auch eine Notwendigkeit: Microsoft wird Windows 10 für viele unterschiedliche Hardware-Plattformen anbieten, zum Beispiel Smartphones, Tablets, Laptops, Mikrocomputer und Desktop-PC. Einheitliche Versionssprünge würden ein solches Modell nur behindern.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/microsoft-windows-10-kuenftig-keine-versionsnummern-mehr-a-1033198.html

20.05.2015 | 195 Aufrufe

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